Der
Törn: In 6 Tagen 'Rund Mallorca'
Die Yacht: Jeanneau
Sun Odyssey 43
Die Crew: Alfred,
Axel, Ewald, Peter, Ralf und Wolfgang
Logbuch
Samstag, 27.09.2003 - Palma, Marina Port de Mallorca
Wetter: 26°C, unterschiedlich bewölkt, Süd 3
Marina Port de Mallorca
Alfred und Wolfgang sind am
Freitag angereist, Ewald und Peter Samstag früh, ich bin schon
seit 2 Wochen auf der Insel. Wir treffen uns in Palma im Hotel
Catalonia Majorica, in dem Alfred und Wolfgang übernachtet
haben. Dort warten wir bei Sevessa und Hierbas auf die Bootsübergabe,
die um 14:00 Uhr sein soll. Um 13:30 fahren Ewald und Peter mit dem
Leihwagen zum Vorräte bunkern. Um 14:00 Uhr wird die 'Rukikon'
übergeben. Stefan von Steffi's Segelcharter
(www.steffis-segelcharter.de) geht nach Checkliste vor und zeigt uns
das Boot und die Ausrüstung. Das Boot macht einen sehr guten
Eindruck, erstklassig in Schuß (na ja, es ist ja auch fast neu)
und viel Platz. Die Ausstattung ist absolut komplett. Nach 3 Stunden,
um 16:30, kommen die Einkäufer zurück, 6 Männer
brauchen halt viel zum Essen und auch zum Trinken. Nachdem alles
verstaut ist, lohnt es sich nicht mehr rauszufahren. Axel kommt am
Abend noch dazu, jetzt sind wir komplett. Pantry-Piet kocht zum
Auftakt wie ein Weltmeister: Es gehen 3kg Kalamari, 12 Eier, 3
Knoblauchknollen, ... und jede Menge Durstlöscher weg.
Pantry-Piet
Der Wetterbericht meldet für Sonntag
Westwind Stärke 3-4, ideale Bedingungen zum Start Richtung
Südost zur Südspitze von Mallorca. Wir wollen versuchen die
Insel gegen den Uhrzeigersinn zu Umrunden (über 200sm in 6
Tagen). Deshalb ist für morgen Wecken um 7:00 Uhr angesagt.
Die "Rubikon" unter der Flagge des Fürstentum
Lippe
1. Seetag - Sonntag, 28.09.2003 - Palma bis Cala
Figuera (41.4sm)
Wetter: 28°C, meist sonnig, Süd-West
3
Auf geht's
Nach dem Wecken genießen alle nochmal
ausgiebig die Duschen der sehr guten Sanitäreinrichtungen der
Marina. Dann gibt's Frühstück mit echter deutscher
'Krönung'. Um 9:45 heißt's dann "Leinen los" und
wir starten mit unserem Törn um die Insel Mallorca. Nach der
Ausfahrt aus dem Hafen unter Motor setzen wir um 10:15 das erste Mal
die Segel. Ein ganz schönes Chaos mit den Schoten, die
Vorgängercrew hatte alle Schoten sauber über den Winschen
aufgewickelt...sieht zwar gut aus, ist aber ziemlich unpraktisch. Bei
schönem Wetter und Windstärke 3 aus SW segeln wir aus der
Bucht von Palma Kurs SO. Das erste Ziel ist die Badebucht Cala Pi,
welche wir nach 19,2sm erreichen. Um 13:30 fällt der Anker.
Pantry-Piet heizt den Ofen an, denn Segeln macht hungrig... Während
wir schnorcheln, baden, in der Sonne liegen und das gute Essen
genießen wird's voll in der Bucht, 3 andere Segelyachten und
ein Katamaran gehen vor Anker.
Ansteuerung Cala Pi
Um 15:00 Uhr holen wir den Anker auf,
als Ziel für Heute haben wir uns Cala Figuera ausgesucht. Dort
gibt's seinen kleinen Fischerhafen mit 3-4 Anlegeplätzen an
einer kleinen Mole. Um 18:15 ist der Wind eingeschlafen, die letzten
5sm fahren wir unter Motor. Um 19:30 wird unter Anker und Heckleinen
an der Mole festgemacht. Es liegt nur ein weiteres Boot, auch eine
Yeanneau, neben uns.
Tagesstrecke: 41.4sm, davon 7sm unter Motor,
34.4sm unter Segel. Ein schöner Segeltag liegt hinter uns...
Cala Figuera
Der Fischerhafen von Cala Figuera
An der Mole
2. Seetag - Montag, 29.09.2003 - Cala
Figuera bis Cala Ratjada (43.6sm)
Wetter: 27°C,
unterschiedlich bewölkt, teilweise Schauer, Nord-Ost 3
Ein Schauer hat auch uns erwischt :-(
Wecken wieder 07:00
Uhr. Strom, Wasser, Sanitäranlagen ... Fehlanzeige, dafür
war's auch umsonst. Um 9:40 Uhr laufen wir aus. Unser Kurs NO, Wind
aus NO, also Kreuzen was die Yacht hergibt. Wir hätten gern'
Porto Christo angelaufen, aber es ist schon spät und Zeit für
die Mittagspause. Ein Kreuzschlag bringt uns in die Cala Mandia,
etwas südlich von Porto Christo, wo wir um 15:00 Uhr Ankern.
Eine schöne kleine Bucht, in der wir als einzige Yacht die
Aufmerksamkeit der 'Landmenschen' auf uns ziehen. Um 15:50 geht der
Anker wieder auf, wir wollen Heute noch nach Cala Ratjada. Um 18:20
läßt der Wind nach, weiter zu kreuzen macht keinen Sinn.
Nach 41sm holen wir die Segel ein und fahren die letzten 2.5sm unter
Motor nach Cala Ratjada. Der Hafen scheint voll zu sein, zwei Segler
kommen uns schon entgegen. Wir fahren trotzdem erst mal rein. Längs
an der Pier sind nur zwei Anlegeplätze, beide schon im 4er
Päckchen besetzt. In der Privat-Marina liegt eine große
Motoryacht, daneben wäre noch ein Platz für uns frei. Wir
fahren zwischen den Stegen durch, da kommt schon der Hafenmeister und
winkt uns zu diesem Platz. Glück gehabt! Um 19:15 Uhr machen wir
dann im Marina Club Cala Ratjada an Muringboje und Heckleinen fest.
Kosten: 68 EUR plus Tip für unsere 13-Meter Yacht, Duschen
kostet extra.
Tagesstrecke: 43.6 sm, davon 3sm unter Motor, 40.6
sm unter Segel. An zwei Tagen sind wir 85sm gefahren, da sind wir
schon etwas stolz drauf. Der Wetterbericht meldet guten Wind für
die nächsten Tage, also steht einer Umrundung der Insel jetzt
nichts mehr im Wege. Das sollten wir auch in der nächsten Nacht
ausgiebig feiern. Der Caipirinha floss reichlich, der letzte Mann war
um 05:00 Uhr wieder an Bord.
Cala Ratjada
Die Rubikon in Cala Ratjada
3. Seetag - Dienstag,
30.09.2003 - Cala Ratjada bis Cala Sant Vincent (36.0sm)
Wetter:
diesig, zu wenig Wind
Wecken fällt heute aus. Peter gibt
eine Runde Aspirin+C aus, dazu einen Kaffee, fertig ist das
Frühstück. Um 11:00 Uhr gehen irgendwie die Leinen los und
wir sind wieder auf dem Wasser. Landgang ist für den Rest des
Törns gestrichen.
Ich fühl' mich heute wie auf einem
manövrierunfähigen Caipi-Dampfer, wo war noch mal
Steuerbord? Jetzt weiß ich auch wie der Vercharterer das
meinte, als er sagte "Mallorca in einer Woche zu Umrunden ist
nicht ganz einfach...".
Nach 14sm, um 14:30 der ertse
Logbucheintrag: Wind weg, Segel runter, Motor an. Unter Motor
umrunden wir dann Cap Formentor ... 3 Mal!
Ansteuerung Cap Formentor
Um 18:30 ankern wir in Cala St.
Vincent.
Tagesstrecke: 36sm, davon 22sm unter Motor, 14sm unter
Segel
Cala St. Vincent
Cala St. Vincent - Vor Anker
4. Seetag - Mittwoch,
1.10.2003 - Cala Sant Vincent bis Cala de sa Calobra (25.6sm)
Wetter: 28°C, meist sonnig, Süd-West 3-4
Ausschlafen
für alle. Anker auf um 10:00 Uhr. In der Landabdeckung kein
Wind. Wir fahren weiter raus, in der Hoffnung doch noch segeln zu
können. Draussen dann super Wind (Spitzen bis über 30 kn).
Heisst Segel um 11:00 Uhr und ... wieder kreuzen. 4 Stunden hielt der
Wind, dann schläft er wieder ein. Um 15:00 Uhr(19.6sm) dann
weiter unter Motor. Sa Calobra erreichen wir um 16:00 Uhr. Ankern,
Baden, Schnorcheln, Essen, ... und wir probieren auch mal wieder
einen Caipirinha! Der von Pantry-Piet schmeckt doch am besten. Da eh
kein Wind mehr ist, wollen wir auch den Rest des Tages die Sonne
geniessen und hier heute Nacht ankern.
Cala de sa Calobra
Cala de sa Calobra
Immer Caipi und gute Stimmung an Bord
Morgens liegt dann noch eine Yacht neben uns in der Bucht, die
"SIR ROBERT BADEN POWELL".
Tagesstrecke: 25.6sm,
davon 8.6sm unter Motor, 17sm unter Segel
5. Seetag -
Donnerstag, 2.10.2003 - Cala de sa Calobra bis Port d' Andratx
(42.5sm)
Wetter: 27°C, meist sonnig, Süd 4-5
Am
Mittwoch haben wir relaxt, heute geht der Anker um 9:45 Uhr auf. Wir
wollen in Port Soller Vorräte bunkern und dann noch bis Port d'
Andratx segeln ... und momentan noch kein Wind. Also motoren wir
erstmal bis Port Soller und ankern dort im Hafen. Wir machen das
Beiboot klar, Peter und Ewald machen sich auf den Weg zum nächsten
Supermarkt. Um 13:00 Uhr kommen die Beiden zurück und es geht
weiter.
Port de Soller - Zurück vom Einkaufen
Der Wind hat
zugenommen, etwa 3-4 Windstärken aus SW. Nach einem großen
Kreuzschlag gehen wir von 15:00 bis 15:45 in La Fornada vor Anker.
Der Wind dreht weiter nach Süd und nimmt noch zu. Super
Bedingungen um nah an der Küste zu Segeln. In den Böen wird
der Wind so stark, dass wir das Gross eine Stufe reffen und die Genua
etwas einrollen. Unter diesen Bedingungen erreichen wir schnell die
Südwestspitze, die wir zwischen Dragonera und Mallorca runden.
In den Hafen von Port d' Andratx laufen wir im Dunkeln um 20:15 Uhr
ein. Nach 60 Stunden auf See, seit Cala Ratjada, für mich der
erste Landgang.
Suuuuuper Wind...
Tagesstrecke: 42.5sm, davon 12sm unter
Motor, 30.5sm unter Segel
6. Seetag - Freitag, 3.10.2003 -
Port d' Andratx bis Palma (23.9sm)
Wetter: 28°C, meist
sonnig, Süd-West 5
Der letzte Tag auf See. Vor der Ausfahrt
tanken wir die "Rubikon" noch voll, 58 Liter Diesel haben
wir diese Woche insgesamt verbraucht. Der Wind bläst mit Stärke
5 aus West, die Wellen sind über 2 Meter hoch. Mit gerefftem
Groß und ein wenig Fock läuft's super. Um 14:00 Uhr sind
wir schon in der Bucht von Palma und gehen in der Cala de Portals vor
Anker.
Cala de Portals
Auf zum letzten Schlag nach Palma.
Um 16:45 Uhr erreichen
wir die Marina Port de Mallorca und machen am Platz A37 fest.
Resümee: 6 Tage auf See, 213sm zurückgelegt,
meistens guten Wind (einige Tage sogar erste Sahne Segelwetter),
super Stimmung an Bord, bestes Essen, die schönsten Ankerbuchten
und Häfen angelaufen ... und wir sind RUND!
Gesamtstrecke:
213sm in 6 Tagen